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5. Geschichte
5.1. Berichte

 

 VOR ZEHN JAHREN: 1001 Hilfe für Amadea; 8.11.1998 Benefiz Show
VOR 8 JAHREN AUSSERGEWÖHNLICHE JUBILÄUMS-SHOW IN EMMENDINGEN
BLICK ZURÜCK: 12. Mai 2001 Hückeswagen orientalische Show - Gala
BLICK ZURÜCK – 2004: Anathas Studio für orientalischen Tanz
BLICK ZURÜCK: BHARATI IN DER KÖLNARENA, 23. Januar 2007
Harems Night 2000“ am 29.10.2000 in Mönchengladbach Irmtrud Grasmann
Anno 2000: 1002 Nächte Basar, Workshops und Showgala in Langenfeld
Anno 2007: 6. BENEFIZ-TANZSHOW “ARABIAN NIGHTS” am 20. 01. 2007 in Recklinghausen

 

 VOR ZEHN JAHREN: 1001 Hilfe für Amadea; 8.11.1998 Benefiz Show  
 

Arnhild Irle & André Elbing



Ein gutes Beispiel, wie die orientalische Szene entgegen ihrem üblichen Ruf; untereinander sich fast nur als Konkurrenz anzusehen; doch zusammenarbeiten kann, zeigte die bisher in Hannover einmalige Benefizveranstaltung am 8. November im dortigen FZH Ricklingen.
Die Tänzerinnen und „Hannoveraner Orient-Aktivisten“ Nasra Eid und Asmahan El Zein luden ein, und alle kamen. Genauer gesagt, über 50 Lehrerinnen und ihre Schülerinnen aus Hannover und Umgebung trauten sich auf die Bretter, die die Welt bedeuten, um an diesem Nachmittag allein für die an Krebs erkrankte Tänzerin Amadea zu tanzen.
Schon im Vorfeld war die Veranstaltung ausverkauft und es drängten sich über 500 erwartungsvolle Zuschauer im Veranstaltungssaal und selbst die Stehplätze waren bis auf den letzten Zentimeter belegt. Nach einer kurzen Einleitung durch Nasra und Asmahan El Zein, in der sie das Publikum darauf einstimmten, daß hier eine bunte Mischung von Laien und Profitänzerinnen aus vollen Herzen für einen guten Zweck auf der Bühne stehen, führte die Moderatorin Maria Biemer souverän durch einen Nachmittag, der es in sich hatte.
Ein derart bunt gemischtes Programm hatte das Hannoveraner Publikum in dieser Vielfalt noch nicht zu sehen bekommen. Jede Lehrerin zeigte als Solistin oder mit Gruppe, was sie im Laufe der Jahre erarbeitet hatte und präsentierte von Raks Sharki bis Oriental Salsa alles, was nur irgendwie im orientalischen Rahmen denkbar ist. Für das begeisterte Publikum zeigte sich, welche große Vielfalt an unterschiedlichen Lehransätzen allein in dieser Stadt möglich ist, und regte zu kreativen Diskussionen über die ein oder andere Vorführung an.
Als ein besonderer Höhepunkt wäre noch die Anwesenheit des RTL- Fernsehens zu erwähnen, welches die Veranstaltung live filmte und am anschließenden Montag in einem niveauvollen Beitrag jenseits der üblichen Klischees zeigte.
Fazit und Resümee: Für den guten Zweck kam nicht nur eine große Summe zusammen, auch daß alle Beteiligen ohne persönliche Eitelkeiten und im Dienst der guten Sache an einem Strang zogen, machte den Nachmittag für die „Hannoveraner Tanz-Szene“ zu einem ganz besonderen Erfolg.



Arnhild Irle & André Elbing

 

 

 VOR 8 JAHREN AUSSERGEWÖHNLICHE JUBILÄUMS-SHOW IN EMMENDINGEN  
 

VOR 8 JAHREN AUSSERGEWÖHNLICHE JUBILÄUMS-SHOW IN EMMENDINGEN von André Elbing

Am 25. und 26.11.2000 wurde eine außergewöhnliche Show im Emmendingen dargeboten. Susanna tanzte mit ihrer Partnerin und ihren Schülerinnen die 7 Chakras und feierte mit diesem besonderen Motto das 10-jährige Bestehen ihres Studios für Orientalischen Tanz.
„Geboren wurde diese Idee“, so Susanna, „bei der Chakren-Workshop-Woche mit Shahrazad 1997 in Wien.“ Als sie 1998 die Tara-Workshop-Woche bei Shahrazad besuchte, stellte sie Shahrazad ihr Konzept vor, die ihr noch ein paar einfühlsame Ratschläge und Hinweise offenbarte. „Als ich dann das fertige Konzept in Händen hielt, fiel mir auf, daß es nicht nur ein Programm für meine Jubiläumsshow war, sondern meine eigene tänzerische Entwicklung darstellte. Das faszinierte mich!“ Die folgenden zweieinhalb Jahre bis zur Show choreographierte Susanna nahezu alle Tänze und unterrichtete sie in ihren Kursen.
Das Thema des 1.Chakras, die Erdung bzw. das Urvertrauen, wurde in Form eines Flamenco-Orientalischen Tanzes mit klassischer Mimik und Stampftechnik von Susanna dargeboten. Das rotschwarze Kleid entsprach der Schwingungsebene des 1. Chakras.
Der folgende Discotanz von Christines Schülerinnen auf die Musik Simarek von Tarkan ergänzte das Thema in gleicher Weise, was das Publikum von Anfang an begeisterte.
Auf der Ebene des 2. Chakras wendet sich der Mensch dem „Du“ zu. Hier kommen u.a. die Themen: Soziale Kontakte, Beziehung, Sinnlichkeit und Erotik ins Spiel. Dargestellt wurden diese Themen mit Hilfe eines spritzigen Stocktanzes, in dem zu Beginn die Frauen gegen die Männer kämpften. Doch zum Schluß siegte die Sinnlichkeit, und die Frauen „fielen den Männern in die Arme“! Danach brachte Christine das Publikum mit ihrem erotischen Feuertanz im orangefarbenen Kostüm und den ähnlich gefärbten Flammen zum Staunen.
Das 3. Chakra schwingt in der Wellenlänge des gelben Lichtes. Hier setzt sich der Mensch vor allem mit seinen Schatten, also mit Gut und Böse, Macht und Untergang auseinander. Was könnte dazu besser passen als ein Schwerttanz. Susanna, im Besitz eines Zauberschwertes, mißbraucht dessen Zauber und tötet aus Machthunger ihre Mitkämpferinnen. Dadurch verliert sie die Macht über das Schwert und wird am Ende selbst zum Opfer.
Das 4. Chakra ist das Herzchakra. Seine Schwingung entspricht der Schwingung des grünen Lichtes. Hier ist der Ort der Erkenntnis und des Bewußtseins. Die Hauptaufgaben bei einer Arbeit mit dem Herzchakra sind u.a. Vergeben, Verzeihen, Mitgefühl und die Liebe. Susanna setzte das Thema der Liebe mit einem wunderschönen Doppelschleiertanz in Szene. Ein junger Mann, flirtend mit seiner Schönen, wurde mit ausdrucksstarker Gestik und Mimik in Susannas Bann gezogen, was ihn zum Schluß veranlaßte, seine Angebetete zu verlassen und Susanna zu folgen.
Nach der Pause war die Bühne verwandelt in ein Haremszimmer, das uns in die Welt der Märchen führte. Susanna und ihre Schülerinnen setzten das 5. Chakra mit dem Thema Kommunikation in mehreren arabo-andalusichen Tänzen um. Eine „Neue“ wollte in den Kreis der Hofdamen aufgenommen werden. Sie versuchte in ihrem blauleuchtenden Kostüm die anderen mit der „universellen Sprache des Tanzes“ zu überzeugen. Doch es gelang ihr erst, als sie ihren Tanz mit einem für die anderen neuen Instrument, dem Tambourin, bereicherte.
Das 6. Chakra, auch unter dem Begriff „das 3. Auge“ bekannt, schwingt in der gleichen Wellenlänge wie die Farbe Violett. Bei der Arbeit mit diesem Chakra müssen wir die Anforderungen unseres Höherem Selbst wahrnehmen, das uns an unsere Selbstvertantwortung erinnert. Die tänzerische Darstellung mit Hilfe mehrerer pharaonischer Tänze, in denen ein junger Pharao eingeweiht wurde, war eine gelungene Umsetzung dieses Themas.
Die Tänze zum Kronenchakra, das in unserer Kultur als „Siebenter Himmel“ bezeichnet wird, waren im wahrsten Sinne des Wortes die Krönung des Abends. Diesem Charkra wird das ganze Farbenspektrum, also alle Schwingungen des sichtbaren Lichtes zugesprochen. Das wiederum entspricht der Farbe weiß. Der Bewußtseinszustand steht für die absolute Freiheit, in der wir die Bewertungen hinter uns gelassen und damit das Paradies wiedergewonnen haben; denn das Paradies ist ein Geisteszustand, in dem wir nicht mehr zwischen Gut und Böse unterscheiden. Die Darstellung dieses Inhalts gelang den Darstellerinnen besonders atmosphärisch: Zwei weiße Taras wandelten zu Beginn durch den Saal und reinigten die Luft mit ihren Weihrauchgefäßen. Im Anschluß präsentierten sie einen von Shahrazad choreographierten Lichtertanz. Danach standen sie als Wächterinnen der roten Tara, getanzt von Susanna, zur Seite. Ihr Tanz begann mit einer Huldigung an Buddha, gefolgt von einem Schleier- und Feuerpart auf eine schöne, indische Musik. Doch dann erbebte die Erde als Susanna aus dem Dunkeln, bewaffnet mit einem Schwert, das Böse auf der Erde bekämpfte, um sich am Ende vor dem Guten im Menschen zu verbeugen.
Die Tara ist eine buddhistische Göttin und bedeutet rettender Stern oder große Befreierin. Sie entstieg einer Lotusblüte aus dem Tränenmeer Avalokiteshvaras, dem Gott des Mitleids und der Weisheit, der über das Leiden der Menschen weint. Die Tara steht für 21 Eigenschaften, die in unterschiedlich farbigen Taras dargestellt werden.
Insgesamt war die Veranstaltung eine gelungen Darbietung der Jahrelangen Arbeit von Susanna und an ihren Schülerinnen.

- André Elbing ist ein bekannter Foto-Designer und außerdem Mitherausgeber des "Oriental-Cosmos" (s. "Wir über uns").

 

 BLICK ZURÜCK: 12. Mai 2001 Hückeswagen orientalische Show - Gala  
 


Das Tribal Ensemble Allat Dalanda präsentiert seine erste orientalische Show- Gala

Am 12. Mai fand in Hückeswagen die erste orientalische Show - Gala des Tribal Ensembles Allat Dalanda statt .Das Ensemble wurde im Sommer 2000 von Yasmina el Rakkasah ins Leben gerufen und besteht aus acht Tänzerinnen mit mehr oder weniger bekanntem Namen: Apsara Habiba , Yasmina el Rakkasah, Dunyazade, Rania, Saida, Melek, Nuray und Samia.
Bereits Nachmittags öffnete der orientalischen Basar mit vielfältigem Angebot. Ganz besonders hervorzuheben war das phantastische türkische Büffet. Die Spannung steigerte sich von Stunde zu Stunde. Die Dekoration, übrigens von André Elbing, an den Türen zum Theatersaal sowie in dem Saal selbst, verbreitete die orientalische Atmosphäre. Zwei goldene indische Tänzerinnen-skulpturen rechts und links der Bühne sahen anmutig auf die Gäste.
Die Show startete wie üblich – mit etwas Verspätung, aber dann ging es gleich furios los. Zum Auftakt trommelte die Gruppe ASS – Percussion unter Leitung von Klaus-Peter Tietz in die Herzen der Zuschauer. Apsara Habiba begrüßte die Zuschauer, sowie die Ehrengäste im kompletten Outfit des Tribal Styles. Eine Augenweide . Sie stellte jeden Künstler stichpunktartig vor:
Als erstes tanzte die Gruppe Harem Hollyday . Die Leiterin dieser Gruppe war auf den ersten Blick zu erkennen, da ihre tänzerischen Leistungen die der anderen überragte. Was nicht unbedingt ein Vorteil ist für eine Gruppenerscheinung, da jetzt die Unterschiede zu krass zutage traten.
Saida zeigte danach einen Tanz der sieben Schleier und einen Säbeltanz. Yasmina el Rakkasah kam im hautengen Kleid und präsentierte einen Stocktanz und danach ein Trommelsolo mit Begleitung von Ibrahim Badran auf der Darbukka. Zweimal war die Gruppe Ashra zu sehen, mit einem Pharaonischen Tanz und einem Lichtertanz.
Nuray zeigte einen Doppelschleier und einen klassischen Tanz. Zahra aus Hückeswagen wurde mit einem Doppelschleier angekündigt. Allerdings zeigte sie erst ganz zum Schluß den zweiten Schleier. Ein paar mehr Figuren wären nicht schlecht gewesen.
Dann kam der Gaststar: Sarabande glänzte in einem wunderbaren Kostüm und präsentierte ihren Tanz voller Eleganz und Hingabe. Vor allem ihre geschmeidigen Bewegungen fielen sofort ins Auge.
Den Abschluß bildete das Tribal Ensemble ALLAT DALANDA. Alle in unterschiedlichen Kostümen sehr individuell und außergewöhnlich. Dieser Stolz und die weibliche Kraft, die von den Tänzerinnen ausgingen, waren überwältigend. Es kam genau das rüber, was den Tribal eigentlich ausmacht. Die positive Energie und Gruppenzusammengehörigkeit strahlte vom ersten Takt ins Publikum hinüber.
Nach einer Pause eröffnete Dunyazade den zweiten Showteil. Das Ensemble Farhana in neonfarbigen Kostümen wurden von Schwarzlicht angestrahlt. Ein schöner Effekt.
Noch einmal konnten sich die Zuschauer von Yasminas Können überzeugen. Nach einem perfekt dargestellten Doppelschleier und klassischem Tanz kam eine ungewöhnliche Mischung. Im dritten Teil ihrer Darbietung folgten schnelle Schritte und Bewegungen, vereint mit Zimbelklängen zu schönen Kombinationen.
Das Ensemble Show Oriental pflegte es dann wieder klassischer . Das anschließende Trommelsolo zeigte das Können einer guten Mittelstufe. Dunyazade mit ihrem spanisch-arabischen Tanz und den besonders schönen Fächerbewegungen ließ ihr eigentliches Temperament erahnen. Das jedoch kam dann beim zweiten Lied erst recht zum Vorschein: Ihr anschliessendes Trommelsolo in Begleitung von Ibrahim Badran auf der Darbukka war bewusst langsam gehalten.
Feuerschleier-Rania bewegte die Riesenteile so, als ob es nichts Selbstverständlicheres auf der Welt gäbe. Ein sehr schöner visueller Effekt. Danach glänzte sie mit dem Klassiker Eshta ya Amar und riß dann beim Trommelsolo die Zuschauer mit.
War noch solcher Fülle noch eine Steigerung möglich? Ja , denn Apsara Habiba wirbelte zu mystischer Musik herein und setzte mit ihrem Schleier ständig neue Akzente. Die Virtuosität und extreme Beweglichkeit ihres Körpers wurde vom Zuschauer dementsprechend mit tosendem Beifall gewürdigt.
Sarabande hatte noch einmal die Ehre im ihr Können zu zeigen, nach vorheriger tänzerischer Explosion durften die Gäste sich erst mal beruhigen und die Anmut genießen, die sie präsentierte. Ein krönender Abschluss , der ruhig etwas feuriger hätte ausfallen können.
Ab und zu war die Beleuchtung nicht so ausgereift, aber durch schnelle Korrektur wurde dieses behoben. Obwohl die Show sehr lange war (fast vier Stunden inklusive Pause), war sie nie langweilig und zeigte ein breites Spektrum des orientalischen Tanzes mit hauptsächlich profimäßigem Können, was das Publikum auch mit tosendem Schlußbeifall kundgetan hat. Ich würde mich freuen wenn diese Art von Show vielleicht in etwas kürzerer Form wiederholt würde.

 

 BLICK ZURÜCK – 2004: Anathas Studio für orientalischen Tanz  
 


- Die Eröffnung am 24.04.04 in Frankfurt am Main.

Warm und atmosphärisch ist das Studio in einem hellen Beigeton gehalten, an den Wänden hängen hier und dort ein paar ausgewählte Fotos von Anatha, welche bei Auftritten geschossen wurden; nur zwei oder drei ausgewählte Fotos. Anatha möchte nicht, daß zu viele Bilder ihrer Auftritte die Wände zieren. In diesem Studio fühlt man sich sofort wohl!
Dafür sprachen auch die zahlreichen Besucher an diesem Tage, welche sich bereits auf Stühlen und Kissen niedergelassen hatten und gespannt auf die Eröffnungsshow warteten. Es mußten sogar Kissen nachgereicht werden, weil der Strom der Besucher nicht abriß.
Anatha selber hielt die Begrüßungsrede, bedankte sich bei allen, welche ihr auf dem Weg zur Studioeröffnung geholfen haben, danach bei den Gästen für ihr Erscheinen. Spätestens jetzt wußte man, daß die passionierte Tänzerin sich einen großen Traum erfüllt hat.
Anatha bot auch bei ihrer Eröffnungshow einen bunten Einblick in die orientalische Tanzkunst. Klassischen ägyptischen Tanz sowie Malaya Leff zeigte Nesmah, eine sehr schöne und leicht getanzte Bollywood Darbietung wurde von zwei Schülerinnen Anathas, Amina und Kalah, dargeboten. Gudrun tanzte im zweiten Showblock einen stilvollen Tango Arab.
Zwischen den einzelnen Showblöcken gab es zudem noch Sekt und Kuchen, Anatha hatte wirklich für alles gesorgt.
Und natürlich kam auch sie zuletzt im weißen Kleid mit Riesenschleier vor ihr geladenes Publikum und bewies ebenso wie schon ihre Schülerinnen, daß sie ein tiefes Gespür für den orientalischen Tanz hat. Anathas Choreographien zeugten von Leidenschaft für diesen Tanz. Kein Wunder, wenn man ihr eigenes Statement dazu hört: "Tanzen ist für mich ein Ausdruck meiner Persönlichkeit. Wenn ich tanze, bin ich einfach glücklich. Zum orientalischen Tanz bin ich 1979 durch ein Fest in einem ganz bekannten Ort - Frankfurt Swatschtop - gekommen", berichtet sie augenzwinkernd. "Es war ein Frauenfest, auf dem eine amerikanische Tänzerin eine Bühnenshow präsentierte. Nach der Show wurden alle anwesenden Frauen aufgefordert mitzumachen. Es war viel zu eng in diesem Raum, niemand hatte wirklich Platz, und ich habe einfach versucht, das nachzumachen, was die Tänzerinnen vorher auf der Bühne gemacht hatten. Da war mir einfach klar, daß ich orientalischen Tanz lernen will. Das Gefühl beim Tanzen war einfach gigantisch!" Anatha muss noch bei unserem Gespräch lächeln, wenn sie sich an diesen Tag erinnert. Auf meine abschließende Frage zu ihren Wünschen und Träumen, welche sie noch verwirklichen will, überlegt sie kurz und sagt dann: "Ich kann mir im Moment nichts vorstellen, was ich mir wünsche. Ich habe dieses Studio eröffnet, lange nach geeigneten Räumen gesucht und bin am heutigen Tag vollkommen zufrieden! Jetzt kann ich Workshops und Kurse in meinen eigenen Räumen anbieten. Fortan werden auch Kurse für Mädchen das Programm vervollständigen. Daß dies alles zu realisieren war, macht mich unglaublich stolz und glücklich. Alles andere muss einfach die Zeit bringen."
Und natürlich haben wir uns alle sehr gerne in Anathas Gästebuch eingetragen. Einen so schönen Auftakt darf man nicht unkommentiert verklingen lassen. "Glückwünsche für den gelungenen Tag und Toi toi toi weiterhin!!!"
- Birgit Fiolka ist freie Autorin und verfaßt vor allem historische Romane.
Aus ihrer Feder erscheint voraussichtlich im April der Roman „Amazonentochter“.
OC wird ihn vorstellen.

 

 BHARATI IN DER KÖLNARENA, 23. Januar 2007  
 

- von Rea Frenken

Bereits zum zweiten Mal tourt das indische Tanzspektakel „Bharati“ durch unsere Breitengrade und hinterläßt weit und breit begeisterte Zuschauer. Benannt nach dem ursprünglichen Namen Indiens, Bharat, vereint die Show rauschartige, knallbunte und energiegeladene Massentanzszenen mit dem tiefergehenden Anspruch, kulturelle Brücken zu schlagen und den Besuchern die Traditionen Indiens näherzubringen. Die Handlung dient lediglich als Vehikel und läßt sich in einem Satz zusammenfassen: Modern denkender Mann aus der Oberschicht verliebt sich in Mädchen aus der Unterschicht und muß sich gegen deren traditionsbewußten Vater und Verlobten durchsetzen. Besonders die plötzliche Wende, die eine Heirat der beiden ermöglicht, entbehrt jeglicher Logik und scheint wenig durchdacht.
Darüber sieht man allerdings gerne hinweg, angesichts des sensationellen Zusammenspiels der 15 Live-Musiker und –Sänger mit den Tänzerinnen und Tänzern. Besonders die tanzenden Männer setzen Maßstäbe an Synchronismus und strotzen nur so vor Energie. Absoluter Mittelpunkt der Tänze ist jedoch stets die faszinierende Bhavna Pani, die den Zauber Indiens voll und ganz verkörpert, und von der man kaum den Blick abwenden kann.
Dies alles wird eingebunden in trickreiche Choreographien voller Formationswechsel, Farbspiele und Phantasie. So entsteigt Bharati einer Riesenblüte inmitten von 100 Tänzern, im nächsten Moment zeigen zwei Akteure einen atemberaubenden Schwertkampf – kurzum – das gesamte Spektrum der indischen Tanzkunst wird abgedeckt, auch Krishna und Radha, das berühmteste Paar der indischen Mythologie, finden sich auf der Bühne.
Abgerundet wird dieses optische Feuerwerk durch musikalische Highlights aus Bollywoodfilmen (u.a. aus „Devdas“), gemischt mit traditionellen Volksliedern. Auch die Selbstironie kommt an diesem Abend nicht zu knapp: Der Erzähler und Moderator scherzt und kommentiert am laufenden Band und stört damit ein wenig die durch die Tänze aufgebaute Atmosphäre. Dennoch sollte jeder, der die Möglichkeit dazu hat, der Show einen Besuch abstatten, ein derart farbenfrohes, überreiches, energiegeladenes Bühnenwunder sieht man bestimmt so bald nicht wieder.
- Rea Frenken ist Mitglied des Tribes Tabora (www.xahira.net) und leitet selbst einige Tanzgruppen.

 

 „Harems Night 2000“ am 29.10.2000 in Mönchengladbach Irmtrud     Grasmann  
 



Ich war gespannt auf die vielversprechende Show „Harems Night 2000“ am 29.10.2000 in Mönchengladbach, denn ein neues Tanzduo hatte sich formiert. Inas aus Mönchengladbach und Selina aus Gelsenkirchen mit ihren Tanzstudios Oriental bilden dieses neue Gespann. Natürlich war ich sehr neugierig, was diese beiden so auf die Beine stellen würden.
Also machte ich mich auf den Weg zum Neubau des TSC-Rheindahlen, in dem die Show stattfand. Schon nach kurzer Zeit war das große Haus bis auf den letzten Platz mit Zuschauern besetzt. Inas und Selina kamen vor den geschlossenen Vorhang und begrüßten herzlich die Zuschauer. Beide präsentierten sich in harmonisch abgestimmten Kleidern in Blau und Gold. Von hinten durch die Zuschauermenge schritten trommelnd Bruno Assenmacher, Klaus und Ralf mit Saidi-Trommeln auf die Bühne. Elli begleitete das Trio tanzend mit ihren Zimbeln. Diese Einlage brachte eine lockere orientalische Stimmung.
Der Vorhang öffnete sich, und 12 Frauen aus Inas Schülergruppe mit entzückenden Lächeln und mit farblich unterschiedlichen, aber einheitlichen Kostümen gekleidet und mit Schleiern gekrönt, standen vor einer märchenhaften Kulisse aus orientalischen Torbögen und tanzten mit anmutigen Bewegungen einen kurzen, klassisch-orientalischen Tanz. Besser konnten Inas und Selina die Harems Night nicht einleiten!
Moderiert wurde die Show von Klaus Schanze und Ralf Oppers in absolut lockerer und humorvoller Art, die bei mir und dem restlichen Publikum sehr gut ankam. Hossein, der in beiden Showteilen mit seinen persischen Tänzen auftrat, begeisterte mit seinen weichen, fließenden Bewegungen das Publikum. Bei einem Tanz hatte er in jeder Hand 2 Gläser mit Kerzen. Gekonnt spielte er damit, so daß es sich wie ein kleines Glockenspiel anhörte. Anmutig tanzte er sich in die Herzen der Zuschauer.
So könnte es vor Jahrhunderten einmal gewesen sein: vier Priesterinnen im Tempel bei Kulthandlungen. Zwei der Tänzerinnen übernahmen den Hauptpart, zuerst mit Handlichtern in wunderschönen fließenden Bewegungen, dann wurden die Lichter durch zwei goldene Schleier ausgetauscht und dieser Teil dann wie im Spiegelbild gleich getanzt. Ein phantastisches Bild ergab die Bühne, als der riesengroße weiße Schleier, angestrahlt mit ultraviolettem Licht, wie ein Hauch in den Tanz einkam. Mit mir geriet der ganze Saal in den Bann dieser Mystik.
Der nächste Gaststar war Said el Amir, der im ersten Teil eine klassische Tanzroutine zeigte. Durch seinen gekonnten Tanz und seine ausdrucksstarke Mimik eroberte er sofort das Publikum. Im zweiten Teil zeigte er sein ganzes Können zu einer Orient-Pop-Techno-Version. In einem schwarz-roten Kostüm und die Augen teuflisch geschminkt präsentierte er sich provokant auf der Bühne. Mit beeindruckenden Isolationsbewegungen und Zittershimmies faszinierte er alle Leute, die diesen Tanzpart mit einem donnernden Applaus belohnten. Die Gruppe von Selina zeigte einen Stocktanz. Alle Frauen trugen die gleichen Saidikleider in verschiedenen Farben. Mit vielen abwechslungsreichen Positionen und Stocktanzelementen präsentierte sich die Gruppe perfekt im Tanz, fröhlich und kokett. Diese Fröhlichkeit übertrug sich auf das Publikum, das diese Darbietung mit großem Beifall würdigte.
Zuerst war nur das leichte Rauschen des Saharasandes zu hören. Mit der Musik kam Inas im gelben Kostüm und mit einem gelb-irisierenden Schleier auf die Bühne. Das war schon der erste Gänsehauteffekt. Das nenne ich Gefühl und perfekte Schleiertechnik. Ich war doch tatsächlich richtig gerührt. Selina erschien bei ihrer klassischen Tanzroutine in einem rot–goldenen Kostüm. Während dieser Tanzdarbietung sah man, daß sie weiß, wie sie ihr Publikum begeistern kann. Nach ihrem weichen Schleier-Entree und den fließenden Bewegungen versprühte ihr Temperament Energie, die jeden mitriß. Dann kam ein Stimmungswechsel. Mit zwei roten Tüchern malte sie Figuren zum langsamen Samai-Rhythmus in die Luft. Auch beim Trommelsolo bemerkte man ihre professionelle Tanzkunst, wo sie mit viel Feuer gekonnt saubere Akzente setzte. Diese aufgeheizte Atmosphäre löste einen tosenden Beifall aus.
Nach der Pause wurde der zweite Teil wieder mit etwas Klamauk von dem Trommlertrio gestartet. Bruno Assenmacher, Klaus Schanze und Ralf Oppers spielten ein Stück auf ihren Tablas und Docholas. Während des gemeinsamen Stückes spielte jeder einen Solopart, der von den beiden anderen Trommlern mit einem Grundrhythmus begleitet wurde. So wie wir Bruno alle kennen, spielte er den Schlußpart mit viel Tempo, aber trotzdem mit viel Gefühl. Später kam Bruno Assenmacher mit einem Koffer voller Instrumente auf die Bühne. Die Vielfalt seines Könnens zeigte er auf den verschiedensten Rhythmusinstrumenten, und er verzauberte sein Publikum mit seiner uns allen bekannten und beliebten Art.
Nanu, hier hörte ich plötzlich ganz andere Klänge. Das war doch ein bekanntes israelisches Volkslied. Da kamen schon sechs Tänzerinnen leichtfüßig auf die Bühne. Ihre roten, weiten Röcke schwangen mit den temperamentvollen Drehungen und Bewegungen. Mit ihren Tambourinen begleiteten sie ihren Tanz. Begeistertes rhythmisches Klatschen aus dem Publikum begleitete die Tänzerinnen. Das nenne ich Showeffekt. Selina stand hinter einer weißen Wand und nur ihr Schatten war zu sehen. Mit Schmetterlingshänden und geschmeidig schlängelnden Bewegungen wurden wir verzaubert. Doch dann sprangen einheitlich gekleidete Schwerttänzerinnen kämpferisch auf die Bühne. Diese Darbietung beinhaltet eine kleine Geschichte von einer gefangenen Prinzessin, die auf ihre Befreiung durch ihre Soldaten wartet. Nachdem die Prinzessin befreit wurde, tanzte Selina (Prinzessin) gemeinsam mit ihren Schülerinnen den perfekt gestalteten Schwertertanz weiter, der das Publikum fasziniert den Atem stocken ließ.
Der klassische Tanz von Inas war fein und zierlich, verbunden mit weichen Bewegungen. Ihre Liebe zum Casinostil der 40er Jahre war auch in ihrem Kostüm unübersehbar. Teilweise gleitend bewegte sie sich mit gekonnten Isolationen über die Bühne. Erstaunlich war das Trommelsolo. Ein völliger Temperamentswechsel von fein auf spritzig belebte den Tanz, jetzt konnte das Publikum nicht mehr an sich halten und belohnte Inas mit einem tosenden Zwischenapplaus, der sich am Ende des Tanzes wiederholte. Jeweils zum Ende der Showteile erschien die Frau, auf die alle mit höchster Spannung gewartet haben: MARTA. Die Diva des orientalischen Tanzes mit den langen schwarzen Haaren präsentierte sich zuerst in einem weißen Kostüm und tanzte einen Raks Sharki. Hier sah man eindeutig ihren ägyptischen Tanzstil. Jetzt war auch den letzten Ungläubigen klar, „das ist die echte Marta, und sie lebt“. Beim Auftakt des zweiten Teils wurde sie auf der Bühne von Selinas Tänzerinnen mit einem fröhlichen Handlichtertanz unterstützt, während Marta von hinten mit ihrem Shamadan durch das Publikum auf die Bühne ging, um dort mit den Frauen gemeinsam zu tanzen. Dann zog sie sich schnell um und spielte kurz auf einer Duv zur Saudi-Musik. Sie legte die Duv weg und tanzte einen Khalegy. Nachdem sie ihr Khalegy Kleid ausgezogen hatte, verwöhnte sie das Publikum noch mit einem kurzen Trommelsolo.
Zum Finale gingen wie am Showanfang das Trommlertrio und Elli, tanzend mit Zimbeln, auf die Bühne. Anschließend wurden die einzelnen Gruppen vorgestellt. Danach kamen Hossein und Said el Amir, die jeder für sich an diesem Abend ihre Fans gefunden hatten und mit großem Applaus belohnt wurden. Marta erhielt vom Publikum ihre verdiente Würdigung. Als Inas und Selina die Bühne betraten, tobte der Saal. Nach diesem Abend war mir klar, hier haben sich zwei Tänzerinnen gefunden, die in professioneller Arbeit, perfekt-niveauvolle und mit viel Liebe gestaltete Shows präsentieren können.

   Irmtrud Grasmann

 

 Anno 2000: 1002 Nächte Basar, Workshops und Showgala in Langenfeld  
 

- von Jovana Rawnie und André Elbing

Zum ersten Mal präsentierten die beiden Tänzerinnen Sahira Quamar und Samia Samara ein orientalisches Festival der besonderen Art unter dem Namen „1002 Nächte“. Das Festival fand in der Zeit vom 24.-25 Juni in Langenfeld - zwischen Köln und Düsseldorf gelegen - statt und war der Auftakt zu einer sich jährlich wiederholenden Veranstaltung. Die Idee zu einem solchen Ereignis wurde aus einer spontanen Idee heraus geboren und innerhalb eines halben Jahres intensiver Arbeit ins Leben gerufen.
Das Festival der 1002 Nächte war in drei Kategorien geteilt: In den 2-tägigen Bazar mit 20 Ausstellern und einem Rahmenprogramm, welches allein schon einen Besuch Wert war, in insgesamt 24 Workshopangebote, und als Höhepunkt gab es eine exklusive Gala am Samstagabend mit vielen bekannten Tänzerinnen und Ensembles aus der internationalen Szene.
Auf dem Bazar boten 20 Händler aus dem gesamten Bundesgebiet ihre Waren an: Das Angebot erstreckte sich von Zubehör und Haarteilen über Trainingskleidung und Musik bis hin zu traumhaften Profikostümen in extravaganten Farben und Formen. Der Ausstellungssaal wurde in liebevoller Kleinarbeit von André Elbing in eine orientalische Welt verwandelt: Tücher mit arabischen Motiven kleideten die Wände, Kamelhocker und Sitzkissen luden in einer Ecke des fast 1001 qm großen Saales zum Verweilen ein. Hier konnte man sich hinsetzten, Schischa rauchen und den Darbietungen national und international bekannter Künstler und Künstlerinnen zuschauen.

DAS RAHMENPROGRAMM An beiden Bazartagen konnten sich die Zuschauer ein sehr abwechslungsreiches und spektakuläres Programm ansehen, welches von Amateur- und Profitänzerinnen gestaltet wurde. Am ersten Tag traten folgende Künstlerinnen und Gruppen aus dem gesamten Bundesgebiet auf:
Das bunte Programm wurde von Alia om Tamara aus Ortenberg eröffnete und mit ihrem Charme und ihrer Ausdrucksweise tanzte sie sich schnell in die Herzen des Publikums.
Lore App aus Langenfeld zeigt im Anschluß einen klassischen Schleiertanz und eine amüsant umgesetzte Showeinlage mit Stock auf das Kölner Karnevalslied "Dä Sultan hätt Dosch", Negina aus Bielefeld trat mit mehreren Darbietungen in dem für sie ganz typischen indischen Stil auf, hervorragend umgesetzt hat sie einen Tanz mit gleich 4 Schleiern.
Ülkü aus Bammental, Inhaberin von "Absolut Schleierhaft", zeigte zwei Tänze im 9/8 Rhythmus im sogenannten Zigeunerstil derart überzeugend, daß die Zuschauer sich wie im Zigeunerviertel von Sullukkule in Istanbul wähnten. Das Ensemble aus dem Studio Fayoum aus Hilden unter der Leitung von Sybilla, versetzte die Besucher in eine andere Welt, als sie zu mystischer Musik einen Schwerttanz zeigten. Das Duo Barbara und Ute tanzte synchron und verbunden, und vermittelten dem Betrachter eine harmonische Einigkeit in ihrem Tanz. Selbst das abschließende Trommelstück tanzen Barbara und Ute, immer das Schwert auf dem Kopf balancierend, souverän. Am Ende der Darbietung konnte man den beiden Tänzerinnen die Erleichterung über den geglückten Auftritt ansehen.
Den letzten Showblock vor der Tombola des ersten Tages gestaltete das Ensemble und die Gruppen von Leyla Jouvana aus Duisburg. Unter anderem zeigten sie einen "Andalusischen Hoftanz", einen Zimbeltanz, Saidi-Pop, Doppelschleier, Drum Solo und einen Tanz im spanisch-arabischen Stil. Die Gruppen um Leyla Jouvana überzeugten die Zuschauer mit ihren Darbietungen aufgrund der gebotenen Perfektion und der Harmonie in den Gruppentänzen.
Zwischen den einzelnen Showblöcken gab es eine Modenschau, wobei teilweise Besucher ganz kurzfristig als Models entdeckt wurden. Die jungen Damen zeigten auf der Bühne über 20 verschiedene Modelle, so daß die Besucher sich ein Bild über die neuesten Modelle und Trends aus Ägypten und der Türkei machen konnten.
Während des gesamten Wochenendes fanden nahezu 20 Workshops unter der Leitung von namhaften Dozentinnen statt. Jede interessierte Tänzerin, ganz gleich welchen Tanzniveaus, konnte in diesem vielseitigen Angebot etwas für sie geeignetes buchen. Die Angebotspalette reichte von Schleiertechniken über Auftritts-Tipps bis hin zu Schimmyvariationen und Tribal Dance. Selbst Trommeln konnte erlernt werden.
Am Sonntag waren im Rahmenprogramm folgende Stars und Sternchen zu bewundern: Sibel Nefa aus Braunschweig zeigte ein für sie ganz typisches Set in ihrem eigenen sehr persönlichen Stil: Mit viel Temperament und abwechslungsreichen Bewegungselementen und doch harmonisch! - Tizia aus Essen trat zunächst einmal mit einem Shammadantanz zu der Musik von Ashraf Zakaria sehr ästhetisch und anmutig auf. Später zeigte sie dann noch einen eleganten Tanz mit einem Flügelschleier. - Shahrazad aus Köln brillierte auch hier mit einem "Tanz mit zwei Schleiern. " - Sharmila, bekannt durch ihre Zusammenarbeit mit der Tänzerin Naisha, - Monya, Tochter von Sonya & Abi aus Lünen, wurde während ihres Tanzes von Abi auf der Tabla begleitet. - Najida, interpretierte das berühmte Lied "Ask" auf neue und interessante Weise mit einem Schleier. - Und viele weitere hervorragende Künstler waren zu sehen, wie Soraya, Alev oder Sarabande ...

Die große Showgala der 1002 Nächte Der krönende Abschluß des Samstages war eine exzellent inszenierte Gala in der Stadthalle von Langenfeld. Auch hier wurde André Elbing verpflichtet und er verwandelte die Bühne mit langen originalen ägyptischen Dekorations-Stoffbahnen in einen orientalischen Bilderrahmen. Von den Saalwänden hingen weitere ägyptische lange Stoffbahnen herunter und an der Saaldecke spiegelte sich das Licht in goldenen Lametta!
Die Gala der 1002 Nächte wurde auf eine ganz besondere Art und Weise eröffnet: Der Saal war dunkel, als die Melodie eines ägyptischen Liedes erklang. Kurz darauf erschien im Scheinwerferlicht der marokkanische Sänger Moustafa Kamel, der sich mit seiner sonoren Stimme in die Herzen der Zuschauer sang und die Stimmung im Saal zum Kochen brachte. Danach wurden die Gäste von den beiden Veranstalterinnen Sahira Quamar und Samia Samara begrüßt, die danach abwechselnd auf leicht amüsante Weise durch das Programm führten.
Einer der Höhepunkte war der Auftritt der Kindergruppe von Sahira Quamar, die den Namen "Kinder aus 1001 Nacht" tragen und erst seit knapp 10 Monaten tanzen. Für diese kurze Zeit haben die 8 Mädchen im Alter von 6-11 Jahren eine bewundernswerte Leistung gezeigt: Zu dem Lied "Ask" tanzten sie , aufgeteilt in zwei Vierer- Gruppen, mit Handkerzen und Schleiern und begeisterten das Publikum. Als die "Kinder aus 1001 Nacht" zu dem Lied "Ali Bali" völlig synchron tanzten und zum Ende in einen tiefen Knicks versanken, bekamen sie sogar von einer Dame aus dem Publikum je eine Rose überreicht!
Nach den "Kindern aus 1001 Nacht" folgte eine uns schon bekannte Tänzerin aus Ortenberg: Alia om Tamara. Ein jeder konnte ihr die Freude am Tanz ansehen, und sie schaffte es, das Publikum vollkommen in ihren Bann zu ziehen. Sie tanzte und kokettierte mit diesem, daß es sich kaum noch auf den Stühlen halten konnte. Als sie ihren Tanz beendete und ein Trommelsolo folgen ließ, welches mit viel Temperament, mit gekonnten Shimmies und neckisch gesetzten Akzenten getanzt wurde, erntete Alia om Tamara viel Applaus.
Als nächstes trat die Solo-Tänzerin Petra aus Leverkusen-Rheindorf, die von Sahira Quamar als ihre ehemalige Lehrerin und "freie Tänzerin" vorgestellt wurde, d.h. Petra tanzt generell und mit Absicht ohne Choreographie, denn sie möchte, daß der Tanz, wie er es auch soll, aus dem Bauch heraus kommt. Die rund 300 anwesenden Gäste sahen zu dem Stück "Aisha" von Khaled eine sehr gefühlvolle und abwechslungsreiche Interpretation, zu Beginn mit Schleiern in fluoreszierenden Farben getanzt. Selbst beim abschließenden Trommelsolo wurde "aus dem Bauch heraus" (Zitat der Tänzerin) getanzt, was schier unmöglich scheint aber dennoch einen bleibenden und überraschenden Eindruck bei allen Anwesenden hinterlassen hat. Das Publikum konnte erleben, daß selbst Trommelsoli sehr gut ohne Choreographie getanzt werden können.
Als Fünftes stand die Tänzerin Sybilla auf dem Programm, die überraschend mit zwei Schülerinnen auf der Bühne erschien: dem Zwillingspärchen Mira und Kira. Das Trio aus Hilden zeigte einen farbenfrohen mit vielen Drehungen interpretierten Schleiertanz. Im anschließenden Tanz zur Trommel bildeten die Zwillinge den Rahmen für die Tänzerin aus Hilden. Hier war die Choreographie etwas einfach aber dennoch sehr wirkungsvoll gehalten und die Tänzerinnen Sybilla, Mira und Kira hinterließen einen durchaus vielversprechenden Eindruck.
Bevor es in die Pause ging, kam ein weiterer Höhepunkt der Gala des Festivals der 1002 Nächte: Die bekannte persische Tänzerin Schohre aus Köln! Sahira Quamar kündigte diese Tänzerin als ihre "Tanzgroßmutter " an und das Publikum erwartete infolgedessen eine reifere Frau, doch als Schohre in einem selbstgeschneiderten Kostüm ganz in Weiß auf der Bühne erschien, sahen die Zuschauer eine junge, attraktive Tänzerin, die auf spanisch angehauchte Rhythmen ihren Körper bog und ihren aus über 10m Stoff geschneiderten Rock um sich wirbeln ließ. Schohre hat das Publikum restlos begeistert, und ich bin sicher, daß man sie in Zukunft noch auf anderen Großveranstaltungen sehen wird.
Den 2. Block der Gala eröffnete Max Matar Diassy aus dem Senegal. Der afrikanische Meister auf der Trommel wurde von einem 6-köpfigen Ensemble unterstützt, welche sehr schnell die Stimmung im Saal zum Kochen brachte. Zu den bekannten afrikanischen Rhythmen sangen die Trommlerinnen afrikanische Lieder, die beim Publikum sehr gut ankamen.
Nachdem Max Matar Diassy die Stimmung im Saal so aufgehetzt hatte, wurden die nächsten Künstler bereits mit Spannung erwartet: Es folgten Sonya & Abi aus Lünen, die bei vielen Insidern schon als erfolgreiches Duo bekannt sind. Sonya und Abi boten dem Publikum, was einigen schon so vertraut ist: ein hervorragend arrangiertes Spiel zwischen Trommler und Tänzerin. Die Harmonie zwischen der Tänzerin und dem Trommler spiegelte sich in Sonyas Tanz wieder. Eine überzeugende Show!
Sarabande, eine Tänzerin mit Herz und Profil aus dem Kreis Kleve kam als Nächste auf die Bühne. Sie präsentierte dem Publikum eine sehr schöne Interpretation zu dem Stück "Cairo" von Harry Saroyan. Ihre ganz persönliche Liebeserklärung an den Orient im 40er Jahre Stil. Eindrucksvoll und sehr gefühlvoll. Sarabande konnte man es ansehen, wie sehr sie den Orient liebt. Ihr ganzer Ausdruck wurde davon beherrscht. Man möchte fast meinen, sie sei in eine andere Welt eingetaucht, als sie die Bühne betrat. Als der letzte Ton ihrer Musik verklang, herrschte ein Moment lang ergriffene Stille, bevor der Beifall ausbrach. Ein sehr schöner Auftritt von Sarabande, die an diesem Abend die Herzen der Gäste erobert hat.
Gespannt warteten die Zuschauer auf den nächsten Beitrag, einen weiteren Höhepunkt der Gala: Leyla Jouvana und Roland. Zuerst tanzte Leyla mit dem Doppelschleier, zunächst andächtig und dann immer schneller. Das Publikum tobte, als sie in rasanten Drehungen die Schleier im Kreis wirbeln ließ. Auch als Leyla Jouvana zu Rolands mitreißender Tabla tanzte, hielt sich das Publikum kaum auf den Plätzen. Als Leyla sich verabschieden wollte, ließ man sie nicht vom Bühnenrand weggehen, und sie mußte noch eine Zugabe geben. Dazu ließ Roland seine Trommelstöcke über sein Schlagzeug wirbeln, während Leyla sich dem amerikanischen Raks Sharki hingab.
Als absoluten Höhepunkt haben Samia Samara und Sahira Quamar zu ihrer Premiere eine der herausragendsten Tänzerinnen eingeladen, welche bereits auf vielen Bühnen gesehen und bewundert werden konnte. Eine Tänzerin, die so vielfältig ist wie keine andere: Shahrazad! An diesem Abend zeigte sie eine mystische Variante des Tribal Dances mit Schwert und Zimbeln parallel getanzt. Ihr Tanz war, wie wir es von ihr gewohnt sind, eine wahre Perfektion, welche es in sich hatte: Akrobatische Bodenelemente wechselten mit typischen Raks-Sharki-Bewegungen, jedoch immer das Schwert auf dem Kopf balancierend. Einmal ließ Shahrazad das Schwert auf ihrem Bauch "hüpfen", ein anderes Mal ging sie mit Bauchwellen in den Spagat. Das Publikum war von Shahrazads Darbietung wieder einmal fasziniert und würdigte sie mit einem nicht enden wollenden Applaus.
Die Premiere des Festival der 1002 Nächte war auf ganzer Linie ein großartiger Erfolg. Es gab weder Pannen bei der Musik noch bei den Lichtassistenten. Es war eine sehr gut inszenierte Gala, auf deren Fortsetzung wir am 9. und 10. Juni 2001 sehr gespannt sein dürfen!

 

 ANNO 2007: 6. BENEFIZ-TANZSHOW “ARABIAN NIGHTS” zugunsten des Kinderschutzbundes am 20. 01. 2007 in Recklinghausen  
 

- von Martina Pestke:

Die Zuschauer erwartete im ausverkauften Bürgerhaus Süd ein Abend wie aus dem Bilderbuch! 1001 Nacht in Form von phantasievollen Choreographien, hervorragend getanzt und professionell in Szene gesetzt! Die geschmackvollen orientalischen Kostüme des Designers Pierre Moussa aus Düsseldorf ließen alle Tänzerinnen im schönsten Licht erstrahlen! Ein Abend, der zeigte, daß Orientalischer Tanz in Deutschland auf wirklich hohem Niveau steht und dass der kulturell älteste Tanz der Welt eine wirklich Kunst ist! Das bestätigte auch die Kulturreferentin Frau Lemke! Zum ersten Mal fand die Veranstaltung zugunsten des Kinderschutzbundes in Zusammenarbeit mit der Stadt Recklinghausen statt!
Gleich zu Beginn wurde den Zuschauern ein Höhepunkt serviert: Kalima begrüßte alle Anwesenden mit ihrem Tanz der Göttin Isis und begann somit die Reise - die im Laufe des Abends durch den Orient und Indien nach Spanien führen sollte - im Reich der Pharaonen. Goldene Isis-Flügel, pharaonische Tanzbewegungen und ein Trommelsolo lösten bei den Zuschauern begeisterten Beifall aus. Ferdinand Zerbst und Karin Holtmann vom KiSchuBund lobten in der anschließenden offiziellen Begrüßung Kalimas Tanz und ihr soziales Engagement.
Die Kindergruppen der Tanz-Oase zogen durch den Saal ein und begeisterten die Zuschauer mit orientalischem Kreistanz, arabischem Tanz und einem temporeichen Bändertanz. Die Gruppe „Oriental Flowers“ glänzte in einer fröhlichen Choreographie zu libanesischer Musik. Die Teeny-Gruppe „Arabian Roses“ präsentierte an diesem Abend sehr gelungen das Thema Bollywood in zwei mitreißenden Tänzen. Die Solistin Melissa Jagner (12 Jahre) zeigte sich als vielversprechendes Nachwuchstalent in einer Bollywood-Choreographie von Shahrazad.
Pierre Moussa und sein „Libanon Ensemble“ begeisterte nicht nur mit Tänzen aus seiner Heimat, sondern auch in einem spektakulären Duett mit Kalima, welches die Zuschauer nicht mehr auf den Stühlen hielt! Besonderes Lob verdienen die 5 engagierten Tänzerinnen, die an Kalimas Seite als „Ensemble Kalima“ mittlerweile in ganz Deutschland bekannt sind. Sie zeigten in großer Harmonie einen wundervollen Doppelschleiertanz und einen fröhlichen Baladi.
Auch die Gruppe „Amar el Layali“ konnte sich sehen lassen! Sie überzeugten als Amazonen in einer ausgefallenen Säbel-Choreografie ebenso wie mit einem feurigen spanisch-arabischen Tanz! Die selbstdeklamierte „Shimmy-Queen“ Leyla Jouvana aus Duisburg mit ihrem Ehemann, dem Trommler Roland, heizten den Zuschauern sowohl mit einem fetzigen Trommelsolo, als auch mit einem übermütigen Zigeunertanz ein. Carina Stefania, extra aus Barcelona eingeflogen, wo sie ein Choreographiestudium absolviert, entlockte mit Ihrem ausdrucksvollen Tanz, aus Contemporary und Flamenco zu einem leidenschaftlichen spanischen Liebeslied so manchen Zuschauer einen mitfühlenden Seufzer. In ihrem anschließenden Latin Mix zeigte sie die verschiedenen Lateinamerikanischen Tanzarten als Einblick in ihr ab März monatlich startendes Latin-Projekt.
Viel Ausdruck sah man auch in Kalimas klassischer Tanzimprovisation. Elegant tanzte sie sich in die Herzen der Zuschauer und wurde mit tosendem Applaus belohnt! Zum Abschluss sah man alle Tänzerinnen aus Kalimas Tanz-Oase in einer gemeinsamen Choreographie! Gefangen von dem abwechslungsreichen Tanzprogramm hatte man das Gefühl, daß die Zuschauer nach dem großen Finale mit über 70 Künstlern gar nicht nach Hause gehen wollten!
Sicher ist, daß der Umzug von der Aula Kuniberg in das Bürgerhaus Süd, mit mehr Plätzen und einer professionelleren Ausstattung an Licht und Ton, die ohnehin jedes Jahr besser werdende Show in diesem Jahr zu einem besonders großen Erfolg werden ließ!
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