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4. Events
4.3. 1. Norddeutschen Tribal-Festival vom 23.-25. Mai in Hannover
4.3.1
FREITAGS-GALA DER 1. NORDDEUTSCHES TRIBALTREFFEN
4.3.2
SAMSTAGS-GALA DER 1. NORDDEUTSCHES TRIBALTREFFEN
| FREITAGS-GALA DER 1. NORDDEUTSCHES TRIBALTREFFEN | |
Dana Triskiliana mit einer Tribal Fusion-Nummer, die langsam und mit ätherischen Bewegungen begann. Später kam es dann zu Tempiwechseln und Snake Moves, wobei die 6 Tänzerinnen in ihren hübschen Kostumen sich immer wieder in kleinere Gruppen teilten, um dann zur Ensemblelinie zurückzufinden.
Yasmina mit einem Tanz, den man hierzulande noch sehr selten zu sehen bekommt, der in den USA aber dank „The Indigo“ und Assoziierten sich bereits einiger Verbreitung erfreut – dem „Burlesque“ oder „Cabaret“, eine Stilrichting, die sich aus dem Fusion weiterentwickelt hat. Yasmina stürmte zu Honky-Tonk-Western-Bar-Musik auf die Bühne, und schaffte es dann, einen Can Can mit Orienttanz-Bewegungen zu veredeln und das zu Liza Minellis „Mein lieber Herr“ aus dem Film „Cabaret“. Passend in weitem Rüschenrock und Korsage führte Yasmina uns vor, was aus dieser Richtung noch alles zu erwarten ist. Der Orient-Anteil fielt hier sehr gering aus, so daß „Burlesque“ gewiß kritische Stimmen auf den Plan rufen dürfte. Für „Oriental Cosmos“ war dieses Stück indes interessant genug, um mehr über die Künstlerin erfahren zu wollen.
Aura Magica, die im ersten Teil ihrer Darbietung zu elektronisch verfremdeter Mittelalter-Musik mit langsamen Bewegungen Tribal mit Hip-Hop-Garnierung kredenzte. Im zweiten Teil wurde es schon orientalischer, sowohl was die (schnelleren) Bewegungen und die (schnellere) Musik angeht, und im dritten Teil langten wir dann endgültig bei Tribaltanz und Orientmusik an. Wenn man bedenkt, daß noch im letzten Jahr auf Tribal-Veranstaltungen Fusion und dergleichen die Ausnahme darstellte und Tribal selbst die Masse bildete, dann fiel eine Darbietung wie diese heute fast schon aus dem Rahmen.
Lobos no Dansa erweisen, die sowohl in ihrer Gesamtheit (zu dritt) wie auch in wechselnden Paarungen immer wieder das Programm belebten. Obwohl selbst keine strenggläubigen Gothics ist diese Richtung dennoch wesentlicher Bestandteil ihrer Kunst, und auch die Fantasy kommt bei ihnen nicht zu kurz Hier, in ihrem ersten Beitrag an diesem Wochenende, ließen sie es noch relativ ruhig mit Mittelaltermarkt-Musik angehen und würzten die mit einigen dem Fantasy-Geist entlehnten Bewegungen und Posen.
Randa Baturiya, die es aber weniger mit der Fantasy haben und dafür so auftreten, wie man es von Mittelaltermärkten gewohnt ist, immer wieder gern dort gesehen und an einem Abend wie diesem ebenso am rechten Platz.. Den Shimmy präsentierten sie in der Gruppe, und überhaupt schienen sie die Linie zu mögen.
Disphorian Case mit einem Dolchtanz. Stammt der Säbeltanz aus dem Standardrepertoire des Orienttanzes, so ist der Dolchtanz diesem nur vordergründig entsprungen. Vielmehr hat der Dolch einen eigenständigen Charakter als Ausdruck des Archetyps der „Kriegerin“ gewonnen. In diesem Sinn bewegten sich die beiden Tänzerinnen umeinander, suchten nicht den offenen Kampf, sondern ergingen sich in Drohgebärden - das alles in Gothic-empfundenen Kostümen und zu der Nummer „I Want My Innocence Back“ von der Gothic-Ikone Emilie Autumn. Das Stück klingt, als wäre es eigens für diesen Auftritt geschrieben worden.
Mayallah bewegten sich im Fusion-Ballett zu einem Stück von „Unmata“, tanzten aber langsamer, und auch die Musik spielte nicht ganz so flott. Konsequenterweise nennen sie ihren Stil dann auch „Soft Fusion“. Eher traditioneller wirbelte
Elena Sepaga zu Zigeunermusik durch die Manege. Der Rhythmus hatte es in sich und dröhnte sehr rockig, die Künstlerin läßt sich davon aber nicht den Folkloretanz-Schneid abkaufen. Im zweiten Teil ihrer Darbietung kehrte sie dann auch noch mehr zu den Wurzeln zurück und bewegte sich zu einem fast traditionellen Trommelsolo.
Tamira bot schnörkellosen Breakdance mit Snake Moves und allem, was sonst noch so dazu gehört, daneben langsamen Tribal-Tanz und dazu im Wechsel elektronisch verfremdete Orientmusik und knalligen Rock.
Penthesilea, durch Fleiß, Beharrlichkeit und Können längst im Ruhrgebiet ein feststehender Begriff für Gothic- und Dark-Fusion, begleitete hier in verkleinerter Besetzung (Trio statt Quartett) mit mystischen Bewegungen eine rammsteinartige Musik. Im 2. Teil wurde es dann tribalesker, doch die abgehackten und eckigeren Bewegungen paßten ausgezeichnet zu der Industrial-Version von „Greater than the Sun“ von – wer auch sonst? – „Covenant“. Und man mag es kaum glauben, in diesem Tribe wird noch Impro getanzt! Bei „Penthesilea“ muß man nicht lange überlegen: Tanz, Haltung und sonstiger Eindruck lassen nur den Schluß „Kriegerin“ zu (ja, wer sich schon nach der Amazonenkönigin benennt ... )
Linda Thorsager angereist, und von einem so wuchtigen (Nach-)Namen würde man eher Schwermetall erwarten, aber weit gefehlt, sie überrascht mit einem leichtfüßigen Gypsy-Folklore-Rock, in dem Orienttanz-Bewegungen bestimmend sind, aber auch natürlich Folklore-Schritte und sogar moderner Disco-Tanz mit einfließen.
Shir o Sharkar aus – begleitet von einem interessanten Baß -, die insgesamt sehr elegant herüberkam. Wilder ging es dann im zweiten Teil zu, in dem das Duo Balkan-Folklore und Orienttanz (beide ja nicht so furchtbar weit auseinander) kombinierte. Leidenschaftliche Bewegungen paarten sich mit mädchenhafter Verspieltheit, Zartheit mit Lebenslust.
Yasmandeenah, deren Mitglied Jasmina wir vorhin schon beim Can Can bewundern durften. Diesmal zeigte sie mit Partnerin eine weitere Facette ihres Könnens – mystische Fantasy, die sich in perfekter Harmonie sowohl in den Bewegungen als auch in der Musik übermittelte. Im zweiten Teil dieser Darbietung geht es dann etwas fetziger zu, elektronischer Rock mit orientalischem Einschlag und leisen fernöstlichen Anklängen trieb die OT-Bewegungen an.
Arzo von „Penthesilea“ trat zum Solo an. Doch diesmal kein Gothic-Rock, sondern ein Funk-Stück, elektronisch verstärkt, dazu dann aber kein Hip Hop, sondern eckige Breakdance-Bewegungen, was zusammen ein höchst ungewöhnliche Melange ergab, bei der man sich fragte, warum vorher noch keiner darauf gekommen ist.
Mayallah blieben sich auch als „Wiederholungstäterinnen“ treu und schritten zu eher ruhigen Melodien anmutig, weit ausholend und unbedingt synchron daher. Im zweiten Teil dann etwas „fusionärer“ und elektronischer, ohne daß sich jedoch am Grundkonzept etwas wesentlich änderte.
Gypsy Mystique Dancers an und schenkte uns den womöglich traditionellsten Tanz des heutigen Abends. In hochgeschlossenen Trachten boten sie Orienttanz, in dem sich aber noch so einiges mehr hineinschlich. Vor allem die perfekte, ganz auf ein Duo abgestimmte Choreographie wußte zu begeistern.
Yolanda, die gleichzeiitg den Schlußpunkt dieses dritten und letzten Reigens setzte: Eine raffinierte Mischung aus traditionellen OT-Bewegungen mit Snake-Moves unterfüttert und das Ganze zu düsterem, schweren Gothic-Rock. Was für ein Ausklang!
| SAMSTAGS-GALA DER 1. NORDDEUTSCHES TRIBALTREFFEN | |
Therry & the Island Wahine schaukelte (beileibe nicht abwertend gemeint) ein Hula-Trio in die Manege und bot uns alles, was uns zu süßlicher Hawaiimusik (obwohl sie eher Tahitianisches zum Besten gaben), Grasröcken und so weiter einfällt, und noch ein bißchen mehr. Im zweiten Teil wurde es dann etwas derber mit wilden Stammestänzen und entsprechender musikalischer Begleitung.
Lobos no Dansa, diesmal mit einem Dolchtanz zu Schwermetallmusik der allerhärtesten Gangart. Zwei Mitglieder des Trios boten in gothic-betonter Aufmachung kaum noch Tanz, sondern ritualisiertes Umeinanderkreisen mit tödlicher Klinge. Mit nicht mehr nur vorsichtig angedeuteten, sondern schon stilisierten Kampfdarstellungen loteten sie aus, was man mit einem Dolch alles anstellen kann. Stahlklingen haben durchaus eine Seele, und das scheinen „Lobos no Dansa“ begriffen zu haben - im Gegensatz zu manch anderen Gruppen.
Patricia von „Perlatentia“ auf den Pfad des Fusion zurück, indem sie zu elektronischem Rock sehr breakige, snakige Orientbewegungen tanzte. Im zweiten Teil wurde es musikalisch orientalischer, wenn auch immer noch verrockt und elektronisiert. Gleiches galt für die Bewegungen, die traditioneller wurden. Sogar ein Derwischtanz und Indisches fandem sich darunter – aber eine solche Nummer wäre nichts, wenn sie nicht da enden würde, wo sie begonnen hat, beim Breakdance.
Anya Naima, die gleich furios ihre Interpretation von Hip Hop und Breakdance zeigte, dazu passende Musikauswahl aus dem Elektronik-Rock-Bereich, und wenn es paßte, mittendrin ein paar rasend schnelle Shimmys oder ein paar Bewegungsabläufe aus dem Modern Dance, wie man es sonst nur bei „Xahira“ zu sehen bekommt. Im zweiten Teil ihrer Darbierung lieferte sich Anya Naima mit ihrem neuen (männlichen) Tanzpartner
Eddie ein Tanzduell. Und mit dem verhielt es sich folgendermaßen: Sie tanzte Tribal, er wand sich parallel dazu hip hopig. Sie wurde breakiger, er weichte seinen Stil auf. Beide näherten sich immer mehr an, bis sie synchron tanzten. Dann tauschten sie die Rollen, und am Ende war doch jede(r) wieder bei seinem ursprünglichen Tanz gelandet. Was sich wie eine tolle Idee anhört, verhält sich leider (noch) nur in der Theorie so. In der Praxis haperte es etwas daran, daß die beiden noch nicht so sehr gut aufeinander eingespielt wirkten und daß sich „Eddies“ Hip Hop recht weichgespült anhörte, so daß man ihm den Kontrast noch nicht so ganz abkaufen wollte. Aber bei einer so erfahrenen Künstlerin wird das sicher bald behoben sein.
Ariellah , um einen stilisierten Tanz vorzuführen, der in dieser Umgebung nur mystisch genannt werden konnte. In sechs einminütigen Bewegungs- und Klangbildern führte sie uns ein Kaleidoskop von elegischen bis Ballett-Szenen vor, die uns in die tiefsten Tiefen der Gothic-Musik führten. Sah man sie eben noch zu Stockhausen-artigen Klängen Modern Dance zelebrieren, zuckte und wand sie sich im nächsten Moment zum Breakdance und entführte uns Atemlose dann in franzsöische Tavernenmusik und erwies schon dem Orient Reverenz. Danach ertönte eine melancholische Harfe, erhielt Rockbegleitung, und unbemerkt lösten düsterer Baß und finstere Geige die Harfe ab. Doch unter allem lag der Orienttanz, und am besten war Ariellah, wenn sie Arme und Beine Breakdance tanzen ließ und sich dazu mit dem Körper wie zum Ballett drehte. Ja, auch wenn das unerhört erscheint, aber sie tanzte Fusion-Ballett, und natürlich noch vieles mehr. Das Publikum bedankte sich während des Auftritts mit vollkommener Stille, man konnte die sprichtwörtliche Nadel fallen hören. „Ariellah“ ist eine Klasse für sich, bei ihr sitzt jede noch so kleine Bewegung, und ihr Tanz ist von perfektem Timing. Nach dem, was sie hier in Hannover darbot, darf man wohl mit Fug und Recht behaupten, daß sie auf dem (hoffentlich vorläufigen) Gipfel ihres Schaffens steht.
Lana Nariya wußte sich zu helfen und mit einem Fackeltanz die Anwesenden aus ihrer Ergriffenheit zu lösen. Zu sehr getragener und leicht melancholischer Musik drehte sie sich mit zweimal fünf Fackeln. Im zweiten Teil ging es dann mit Folklore-Rock etwas schneller zu, und auch wilder. Immer rasanter wurde das Wirbeln, bis die nunmehr zwei Fackeln mit bloßem Augen nur noch als leuchtender Ring zu erkennen waren.
Nea’s Tribal führten genau das vor, was sie im Namen tragen. Zuerst tribalten sie zu fetzig schnellem und leicht schrägem Orient-Rock, dann etwas getragener und mit Schleierfächern (die man mittlerweile ja auch öfter sieht), und im dritten Teil wurde es dann zu elektronisch verändertem Orient-Rock wieder etwas flotter. Und der Zuschauer erkannte verblüfft, daß er den guten alten Tribal eigentlich nicht ganz missen möchte.
Gypsy Mystique Dancers zeigten wiederum, daß sie ihren Namen nicht zu unrecht tragen, indem sie zu mitreißender Balkan-Musik einen zünftigen Zigeunertanz, natürlich mit Tribal-Elementen, hinlegten und so auch das Traditionelle zu Ehren kommen ließen. Eine hübsche Ergänzung zu dem, was man bereits gestern von dieser dänischen Gruppe erleben durfte.
Perlatentia bereicherten den Abend um eine weitere unverzichtbare Note: dem Balkan-Rock a la „Balkan Beat Box“ verstärkt durch den manchmal schrillen bulgarischen Frauenchorgesang. Und was tanzt frau darauf – natürlich Tribal mit balletthaften und Folklore-Elementen.
Eddie das bekannte Kreischen und Johlen aus, wie immer, wenn ein Mann auf einer solchen Veranstaltung tanzenderweise auftritt. Er führte wie in einer Tanzschule (und das ja nicht von ungefähr) alles auf, was an Hip Hop für jede(n) machbar und erlernbar ist, ein schnelle Abfolge kurz angespielter Stücke, so etwas nennt man gemeinhin Medley. Läßt man sich „Fatman Scoop“ dabei noch gern gefallen, dürfte sich bei anderen Stücken die Begeisterung in Grenzen halten – wer möchte schon zu „Destiny’s Child“ breaken?
Clarissa und Alexa von den bereits mehrfach aufgetretenen „Lobos no Dansa“ bieten auch heute Ungewöhnliches: Während die eine stehend und unbewegt selbstverfaßte Lieder vortrug, tanzte die andere dazu balletthaft tribalesk und sehr getragen um sie herum. Erst zum dritten Stück forderten sie das Publikum zum Mittanzen auf, und als dieses sich noch etwas zierte, holten sich die Künstlerinnen den einen und die andere von den Stühlen in die Manege. Eine sehr ambitionierte Nummer, die allerdings nicht bei jedem auf Begeisterung stoßen wird – vor allem, wer nicht im Gothic-Universum lebt, könnte solchen Kopfgesang leicht als „Gothic-Opernkitsch“ mißverstehen. Wer jedoch auf dieser Wellenlänge schwimmt, dem waren allein schon beim Zuhören Schauer über den Rücken gelaufen. Auf jeden Fall lohnt es sich, „Lobos no Dansa“ im Auge zu behalten – ob allein, zu zweit oder zu dritt. Sicher sind auch andere Künstlerinnen an diesem Wochenende sehr positiv aufgefallen, aber keine sind so häufig aufgetreten wie dieses Trio, und eines muß man ihnen zugute halten – trotz des Gothic-Rahmens, in dem sie sich lustvoll und gekonnt bewegen, boten sie doch mit jeder neuen Nummer eine weitere Überraschung.
Dud Muurmand mit einem sehr ausgeflippten Tanz, und dazu ertönte eine eindeutig orientalische Musik, die aber so klang wie Filmmusik aus einem Science-Fiction-Streifen. Gar nicht erst zu reden von den futuristischen Kostümen. Dem schloß sich ein wilder Stammeskriegerinnen-Tanz, begleitet von Rock-Musik mit sehr dominanter Percussion. Bravo, so etwas bekommt man sonst nur bei „Xahira“ geboten.
Tribaala & The Zoras Zu psychedelischer Musik tanzten die Frauen von „Tribaala“ balletthaft Tribalfiguren, ließen Fusion-Elemente einfließen und bewiesen auch, daß sie sich ebenso im Modern Dance auskennen, beeindruckend tiefgängig. Im zweiten Teil des Auftritts kamen die ganz in Weiß gekleideten Frauen von „The Zoras“ den gänzlich schwarzen „Tribaala“ zur Unterstüzung, immerhin eine zehnköpfige Verstärkung, und gemeinsam tanzte man in einer begeisternden Choreographie zu psychedelisch und elektronisch bestimmter Musik Tribal.
Fire, die zur Musik aus kitschigen „1001 Nacht“-Hollywood-Filmen einen sehr spannenden Säbeltanz aufführte. Dieser quirlige Wirbelwind bewegte sie wie eine Sandhose in der Wüste, sie tanzte allein für ihr Schwert, und mitunter entstand eine hochleidenschaftliche Stimmung in der Manege. „Fire“ nimmt den Säbel in jedem Moment ernst und führte uns das auch sehr aufthentisch vor.
Ariellah. Wieder entführte sie uns in ihren Gothic-Cosmos, den sie selbst „Dark Fusion“ nennt. Grundlage bleibt immer der Orienttanz, den sie aber so selbstverständlich mit Elementen aus dem Fusion, dem Breakdance und unzähligem anderen ausbaut, als gehörte das alles schon immer zusammen. Zu Beginn dieser Nummer, wieder aus einzelnen Szenenbildern bestehend, stürmte sie wie eine Furie oder blitzeschleudernde Göttin in die Manege (und man möge mir glauben, diese Frau kann wie eine Dämonin gucken). Inmitten aller dunklen Bilder, die sie entwarf, konnte man die Aufmerksamkeit nicht auf all die zur Schau und zu Gehör gestellten Dinge richten: Ihre Bauchmuskelkontraktionen erfolgten so exakt zum Trommeltakt, daß man das Instrument weniger hörte als vielmehr zu spüren glaubte, verrockter Flamenco, Breakdance mit Shimmy, Dämonengebärden zu Hip Hop und alles endlich einmündend in den betäubendsten Industrial Rock – man ist als Zuschauer erschöpft wie nach einer Berg- und Tal-Fahrt, aber „Ariellah“ verbeugt sich artig.
Wer kennt sie nicht, die Schwafleretten und Selbstverliebten, die im Grunde nur sich selbst etwas erzählen oder alle Jahre wieder mit ihrer einzigen Anekdote langweilen. All dies sucht man bei Helena vergebens. Sie kündigt – wohltuend zurückhaltend aus dem Off – sachkundig, fähig und präzise die Auftretenden an und findet sich auch in dem Dschungel der Begrifflichkeiten stolperfrei zurecht (eine Gabe, die auch nicht jedem in die Wiege gelegt wurde). Um es einmal etwas altertümlich, dafür aber umso deutlicher zu sagen, bei Helena wird Moderation wieder zur Tugend!
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