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8 Mode und Trends
8.3 Schamanismus und Spiritualität

      

 8.3.1 LADINA EL FARAHS PILGERFAHRT Protagonistin des indianischen Tribal

 

 LADINA EL FARAHS PILGERFAHRT
 Über die ungewöhnliche Protagonistin des indianischen Tribal
 
 

- von Ladena el Farah & Marcel Bieger.

Während einer Benefiz-Gala in Lemgo (bei Paderborn) habe ich sie zum ersten Mal gesehen, Ladina, eine Tänzerin mit einem indianisch ausgeprägten Tribal-Kostüm und zwei indianischen Pfeifen, sogenannten Kalumets. Das Erlebnis war umwerfend, und ich hatte die besondere Ehre, Ladina nach der Show hinter der Bühne kennenlernen und sprechen zu dürfen. Ich erlebe eine junge und modern wirkende Frau aus dem Lipperland, der ein gnädiges Geschick soviel spirituelle Kraft und Energie geschenkt hat. Wenn sie (s. weiter unten) ihre Suche nach dem Sinn ihres Tuns beschreibt, gewinnt man schon bald den Eindruck, daß in ihr noch weit mehr schlummert, als sie bislang in sich selbst ausloten konnte. Seien wir also gespannt auf weitere Offenbarungen. Für einen Menschen wie mich, der mehr vom Verstand regiert wird, geht dennoch nichts Unheimliches oder Bedrohliches von Ladina aus. Im Gegenteil, sie ist sehr sympathisch und legt eine erfrischend unstete, flippige Art an den Tag, so daß man mitunter befürchtet, sie könne einem davonflattern, ohne mit der Ausführung ihrer Weisheit am Ende angelangt zu sein. Ganz ohne Frage, ich möchte sie unbedingt wieder tanzen und beschwören sehen. Ladina El Farah
Ladina hat dem "Oriental Cosmos" zwei Texte zur Verfügung gestellt, die beide Einblick in ihr Wesen verschaffen. Gerade das macht es ja zu einem solchen Vergnügen, mit ihr zu reden: Sie hat nicht die geringste Scheu, ihre Seele mit anderen zu teilen. Ladina tritt übrigens mit drei Schlangen auf – Anubis, Salomon und Cassiopeya -, und diese Darbietung hat es natürlich ebenfalls in sich (s. Bericht über die Lemgo-Benefiz-Veranstaltung in Oriental Cosmos).
Im längeren Text erzählt Ladina uns von einem besonderen spirituellen Erlebnis, das ihre Tanzkunst sozusagen auf den richtigen Weg gebracht hat. Für sie, ohne daß sie es vorher ahnte, erwartete sie ihre Pilgerfahrt zur Erkenntnis. Vorangestellt habe ich die Worte, mit denen Ladina angesagt wird. Dieser Text ist nicht nur einfach die übliche übertriebene Anpreisung einer Künstlerin, sondern drückt ziemlich genau das aus, was Ladina uns zeigen, wohin sie uns führen und mitnehmen will. Ladina El Farah

Ansage für Indian Spirits and Magical Pythons ©:
"Ladina El Farah aus Lage/Lippe tanzt nun für Sie: 'oriental tri pop and indian spirits' und Indian Spirits and magical Pythons©
Sie hat eine Art zu tanzen entwickelt, die eine Mischung aus Zar -, Tribal -, Indianer -, Schlangentanz und orientalischem Tanz darstellt.
Es ist ein ganz spiritueller einzigartiger Tanz. Eine Tanzshow, absolut heilig, sinnig, stimmig und total magisch ... Im ersten Teil zeigt Ladina einen Kalumet Tanz: Mit dem 'Kalumettanz' beschwört Ladina die guten Geister und verscheucht jegliche Feindseeligkeit in diesem Lager. Das Kalumet stellt eine Friedenspfeife dar, tritt in diesem Tanz aber als Dualität auf und steht somit für 'Himmel', was männlich zu bedeuten hat, und 'Mutter Erde', welches die Weiblichkeit darstellt. Zusammengehalten jedoch stellen die beiden Enden des Kalumets den 'Adler' dar.
Freiheit, Einheit, Gerechtigkeit - diese Tugenden sollte jeder in seinem Herzen tragen und danach streben.
Wir wünschen Euch nun viel Freude öffnet Eure Herzen ... verweilt in unserem Lager, genießt das Euch Vorgetanzte und laßt Euren Gedanken auf dem späterem Heimweg freien Lauf. Friede sei mit Euch und mit Eurem Geiste Es grüßt Euch: Das wilde Weib vom Stamm der 'LaMiChoHawk©'"

Ladina El Farah Ladina und die Pilgertour Zum zweiten mal im Mai (ein wohl magischer Monat für mich, nicht nur weil ich im Wonnemonat geboren bin) führte mich eine Reise zu meiner Kollegin und mittlerweile Freundin Saliha Hamdi El Bastawisi (Ihres Zeichen größte Python Show Deutschlands) nach Tuttlingen an. Eigentlich stand mein Tanzprogramm schon lange vorab fest, so daß Saliha sich schon showtechnisch darauf einstellen konnte. Aber kurz vor meiner Reise wurde ich unruhig und zweifelete daran, daß das Publikum meine wirkliche Botschaft (ich hatte vor, einen maskulinen Stocktanz vorzuführen) verstehen würde. Eigentlich war mir mehr danach, auf Einigkeit, Gerechtigkeit und das Verstehen von Mann und Frau, ja das Miteinander und das alles-ist-gut, so-wie-es-ist hinzuweisen. Aber wie, fragte ich mich, wie soll ich das im Tanz ausdrücken, was aus irgendeinem Grund in mir brodelte? Und plötzlich war es da: Nachdem ich mich so im Zweifel befand und nicht mehr ein noch aus wußte, da ich schon an meinem eigenen Tanzprogramm zu zweifeln begonnen hatte, bat ich Gott um Hilfe, und die kam so prompt, daß ich es kaum selbst verstand. Es war schon etwas unheimlich, was da aus mir heraustanzte, - ich bat eine befreundete Schneiderin, mir ein typisches Indianerkostüm für Männer zu nähen, und ich selbst fertigte mir ein Kostüm angelehnt an Tribal-Fusion-Kostüme (einen Münz-BH, eine Hose und einen Fransengürtel), verzierte aber alles mit indianischen Symbolen. Plötzlich war es wieder da, alles was mich vor 10 Jahren schon einmal an dem Spirit fesselte; es hatte nur in mir geschlummert. Ich hatte mir einfach so Kalumets gebastelt, und zunächst einmal wußte ich selbst gar nicht, was das war, geschweige denn, daß das auch noch einen Namen hat. Für mich waren das nur zwei Tanzstöcke, um meine geballte Kraft in dem spirituellen Tanz auszudrücken. Und man glaubt es kaum, das Kostüm ist von der befreundeten Schneiderin noch um Mitternacht bei mir angeliefert worden, dabei wollte ich doch am nächsten Tag von Hannover nach Stuttgart fliegen. Ladina El Farah
Ganz zu schweigen von meiner Flugangst und dem ungewissen Gefühl im Bauch von wegen, wie wird Saliha reagieren, wenn ich mal eben kurzerhand ihr Showprogramm etwas umschmeiße, machte ich mich also auf den Weg. In Stuttgart angekommen wurde ich von einem netten Typen aus der Mitfahrzentrale (habe ich vorab im Internet kennengelernt - und ich habe auch gedacht: So was hast Du doch noch nie gemacht, einfach so bei fremden Leuten im Auto mitfahren usw., aber das ließ sich jetzt nicht mehr ändern) bis nach Tuttlingen gebracht.
Dort endlich im Hotel angekommen rief ich sofort bei Saliha an, die mir dann erzählte: „Du, Ladina, wir können uns erst morgen sehen, Zeus ist nicht richtig abgehäutet, ich muß sofort dort hinfahren.“ Und ich dachte, O Jeh, wenn die Schlange jetzt auch noch das Showprogramm manipuliert, wird die sich wohl nicht freuen zu hören, daß ich nun auch noch was erzähle von wegen, ich mache da so einen Tanz und weiß selbst noch nicht so genau, wie ich das jetzt nennen soll ... die fällt ja tot um. Deswegen habe ich erstmal nur zu ihr gesagt: "Alles klar, null Problemo, dann sehn wir uns morgen!"
So was macht frau erstmal total durcheinander ... alleine in Tuttlingen,was nun? Klar Shoppen, das hilft immer. Gegenüber ab in ein Riesen-Einkaufsparadies, und was mache ich? Steuere, ohne es zu wissen, direkt auf die Bücherabteilung zu. Und was steht direkt vor meiner Nase? Ja klar, ein Buch, was will man auch sonst erwarten in so 'ner Abteilung?
Aber nicht irgendein Buch und nicht irgendein Zufall! Ladina schnappt sich also das erste Buch von ca. 1000 Titeln, die dort so rumstehen. Dieses Buch hat 591 Seiten, und welche Seite schlägt Ladina auf?
Seite 252!
Ich mußte mich zunächst ganz schnell an die Kasse begeben, die ich im Rausch fast verpaßt hatte, und bin dann sofort wieder ins Hotel zurück und habe mich erstmal setzen müssen - denn genau dort auf Seite 252 steht das Kalumet beschrieben, das ich mir kurz zuvor gebastelt habe und von dem ich nicht wußte, wie es heißt, geschweige denn, wie ich Saliha und den Gästen in der Ansage genau beschreibe, was ich da tue,- mein Innerstes wußte ja, was es macht, ich konnte es nur nicht in Worte fassen. Doch nun hatte ich die Erkenntnis erhalten!
Und das war dann mein erster richtig inspirierter Tribal, den ich da auf die Bühne brachte ... Musik und Tanz standen ja vorab schon, aber eben keine Erklärung ...
Das war also nicht einfach nur eine Fahrt zu einer Kollegin, nein, diese Fahrt habe ich zu meiner absolut eigenen heiligen und spirituellen Pilgerfahrt erklärt. Sie ist mein Jakobsweg gewesen. Und der Platz reicht nicht aus, die 1001 Dinge zu beschreiben, die ich zusätzlich in den fünf Tagen im Mai erlebt habe.
Und wer jetzt noch immer keine Gänsehaut hat, dem soll gesagt sein: Bei meinem ersten Indian Spirit Tribe Dance saß in dem kleinen Zuschauerraum des Hotels anlässlich meiner ersten indianischen Aufführung ... ein „echter Indianer“. Wenn das nicht von Gott kommt, was dann?
Ich wünsche Euch allen, die Ihr Eure Herzen öffnet und Euch ganz auf Euch selbst und das Wesentliche besinnt, ebensolche Erlebnisse. Denn so etwas wird Euer ganzes Leben und Tanzen positiv beeinflussen. Es sind die Kleinigkeiten, die Mut machen und uns im Leben weiterbringen.

Euren Füßen Tanz und Kraft und ganz viel Mut für Neues wünscht
das wilde Weib vom Stamm der LaMiChoHawk©
Ladina El Farah

- Marcel Bieger ist Redakteur des "Oriental Cosmos".

 


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